Wenn die nächste Sommerhitze anrollt, ist das nicht nur für uns Menschen eine Herausforderung. Lange Phasen trockener Hitze ohne das kleinste Lüftchen belasten auch den Organismus deiner Samtpfote.

In diesem Beitrag lernst Du, wie Du mit Deiner Katze gut durch die heißen Tage kommst.
Wärmeliebende Vorfahren
Auch wenn die Urahnin unserer Katzen, die Falbkatze, eine Wüsten, und Steppenbewohnerin ist und die kätzische Wohlfühltemperatur zwischen 30 und 36 Grad Celsius liegt, kann es auch deiner Katze in unseren Regionen zu heiß werden. Stauhitze und pralle Sonne können den Kreislauf deiner Katze überlasten.
Nicht nur wir benötigen Abkühlung an heißen Tagen, auch deiner Katze können ein paar einfache Dinge helfen, die du gut selbst umsetzen kannst.
Tipp 1: Genügend kühle und schattige Plätzchen
In der Wohnung, auf dem Balkon oder der Terrasse sind ausreichend schattige Plätze Gold wert. Deine Katze hat die Wahl, diese bei Bedarf selbst aufzusuchen. Hast du mehrere Katzen, biete viele Möglichkeiten an, damit es keinen Streit um den besten kühlen Platz gibt.
An meinen Katzen bemerke ich an heißen Tagen, dass sie sich wenig bewegen, weniger fressen und vermehrt trinken. Außerdem werden im Garten und in der Wohnung gerne schattige und kühlere Plätze aufgesucht.
Wenn du Rollläden oder Rollos hast, sperre die direkte Sonneneinstrahlung aus den Räumen aus, damit die Räume insgesamt kühler bleiben.
Tipp 2: Feuchte Tücher über Stühle schaffen kühle Höhlen
Durch die Tücher über den Stühlen entsteht Verdunstungskälte und deine Katze kann sich nach Bedarf abkühlen.
Achte dabei stets darauf, dass die Tücher nicht direkt auf dem Tier liegen. Deine Katze könnte sonst zu stark herunterkühlen und es besteht die Gefahr eines Kreislaufversagens.
Tipp 3: Kühlmatten
Im Handel gibt es viele Angebote von Kühlmatten bis hin zu Kühlpads. Probiere aus, was deine Katze benutzt, denn das ist individuell sehr verschieden.
Denke daran, dass deine Katze immer die Wahl haben sollte, ob sie das Angebot annimmt oder nicht. Es ist außerdem sinnvoll, noch eine Decke zwischen Kühlpad und Katze zu legen, damit es nicht direkt am Körper zu kalt wird.
Lüften solltest du am besten in den frühen Morgenstunden oder spät abends.
Tipp 4: Lebenselixier Wasser & kühles Futter
Auch wenn deine Katze den Wassernapf sonst nicht so häufig aufsucht, sind jetzt viele Trinkmöglichkeiten wichtig. Deine Katze sollte jederzeit trinken können, wenn sie möchte.
Du kannst auch Nassfutter mit Wasser verlängern, damit selbst der größte Trinkmuffel ausreichend Flüssigkeit bekommt.
Beachte außerdem das veränderte Fressverhalten bei großer Hitze. Lieber mehrere kleine frische Portionen über den Tag verteilt anbieten. Manche Katzen mögen jetzt auch gerne etwas kühleres Futter. Es sollte allerdings nicht eiskalt sein. Probiere einfach aus, was deine Katze bevorzugt.
Wenn deine Katze das normale Futter aktuell nicht so gerne frisst, bietet der Handel mittlerweile viele Alternativen an. Besonders beliebt sind sogenannte Soups in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die oft gerne mehrfach täglich gefressen werden.
Oft fressen Katzen lieber in den kühleren Nachtstunden oder in den frühen Abendstunden. Wenn du zu dieser Zeit bereits schläfst, können Futterautomaten hilfreich sein.
Ein Extra Tipp: Das Katzeneis
Schleck Snacks kannst du einfrieren und deiner Katze ein kleines „Eis am Stiel“ anbieten. Auch hier gibt es viele Geschmacksrichtungen, sodass sicher etwas Passendes dabei ist.
Achte bitte darauf, dass das Eis nicht direkt aus der Tiefkühltruhe kommt, damit die Zunge nicht festfriert.
Wasserspiele
Mit Wasser spielen mögen nicht nur Maine Coon oder Bengal Katzen, auch andere Katzen finden Wasser gerade an heißen Tagen spannend.
Fülle ein etwas größeres Gefäß mit wenigen Zentimetern Wasser und gib Leckerlis wie Trockenfleisch oder ein Spielzeug hinein. Deine Katze wird danach angeln und sich dadurch automatisch die Pfoten abschlecken.
Bei uns sind Tischtennisbälle und bewegliche Fische besonders beliebt. Der schöne Nebeneffekt: Das Abkühlen der Pfoten unterstützt den Kreislauf. Denn Katzen schwitzen ausschließlich über ihre Pfoten.
Zusätzlich nehmen sie beim Pfotenputzen auch eine kleine Menge Wasser auf.
Vielleicht findet deine Katze es auch spannend, sich mit einem großen Eisball zu beschäftigen?
• Fülle dafür einen Luftballon mit Wasser und friere ihn einige Stunden ein.
• Entferne anschließend die Ballonhülle und lege den gefrorenen Ball in eine Schüssel oder auf Fliesen.
• Manche Katzen lecken den Ball ab, andere spielen mit den Pfoten damit.
• Auch Eiswürfel kannst du ausprobieren. Viele Katzen schieben diese gerne spielerisch durch die Wohnung.
Achte auch hier darauf, dass der Eisball nicht direkt aus dem Tiefkühlfach kommt und zu kalt ist.
Tipp 5: Der Tierarztbesuch
Wenn deine Katze bei diesen Temperaturen zum Tierarzt muss, ist eine gute Vorbereitung wichtig.
• Wenn möglich, lege den Termin in die kühleren Abendstunden.
• Sorge für ausreichende Belüftung im Auto. Klimaanlagen sollten nicht zu kühl eingestellt sein, damit der Temperaturunterschied nicht zu groß wird.
• Ideal ist es, wenn deine Katze auch während der Fahrt eine schattige Rückzugsmöglichkeit hat.
• Termine, die nicht dringend notwendig sind, kannst du auf kühlere Tage verschieben, zum Beispiel Impfungen.
• Bei Katzen, die während der Autofahrt sehr gestresst sind oder hecheln, kann ein Hausbesuch durch den Tierarzt sinnvoll sein.
Wir Menschen freuen uns auf die Sommertage und auch deine Katze wird es genießen, so oft wie möglich draußen zu sein.
Sollte es doch einmal zu einem Notfall kommen, zum Beispiel durch zu viel Sonne, kontaktiere unbedingt sofort deinen Tierarzt. Ein Hitzschlag ist ein Notfall und deiner Katze muss schnell geholfen werden.
Sich mit homöopathischen Mitteln auszukennen, um im Ernstfall erste Hilfe leisten zu können, kann wertvolle Zeit verschaffen, während du zum Tierarzt fährst. Gerne helfe ich dir bei der Zusammenstellung einer homöopathischen Notfallapotheke.